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Gespräch am 16.5.2012


Dr. Peter Kreutz (Augsburg):

Eigentum - Guter Glaube - Verkehrsschutz. Fragen zu einem tradierten Rechtsinstitut

Der Erwerb körperlicher Gegenstände (Sachen) vom Nichtberechtigten, gemeinhin verkürzend als "Gutglaubenserwerb" bezeichnet, gehört zu den eher ungewöhnlicheren Rechtsinstituten des deutschen Zivilrechts. Als Rechtsfigur hat es eine recht kurze Geschichte, und es ist einer der seltenen Ausnahmefälle im BGB, die kein direktes Vorbild aus dem rezipierten römischen Recht kennen. In der Sache stellt es einen gesetzgeberisch sanktionierten Tatbestand der Enteignung des an sich Berechtigten durch Rechtssubjekte dar, die bislang keinen sonderlich starken Bezug zu der fraglichen Sache hatten. Seine Voraussetzungen sind zwar in einem Kernbereich geklärt, geben in ihren Weiterungen jedoch durchaus Anlaß zu grundsätzlichen Überlegungen. Insgesamt zeigt sich folglich eine Reihe von Ansatzpunkten für unbefangene Überlegungen.