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Prof. Dr. Arnd Koch


Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Risiko- und Präventionsstrafrecht sowie Juristische Zeitgeschichte


Aktuelles aus der Forschung

2017

 

Oktober 2017 | Vor 70 Jahren - Stunde Null für die Justiz? Die Augsburger Justiz und das NS-Unrecht

Der aus einer öffentlichen Vortragsreihe hervorgegangene und gemeinsam mit Dr. H. Veh, dem Präsidenten des LG Augsburg, herausgegebene Band erinnert an den Neuanfang der Augsburger Justiz nach 1945. Namhafte Autoren stellen den Neubeginn und den Umgang der Augsburger Justiz mit dem NS-Unrecht in den überregionalen Kontext. Gezeigt wird auch, wie Augsburger Richter in Aufsehen erregenden Verfahren ("KZ-Kommandeuse" Ilse Koch, "Huppenkothen-Prozess" wegen der Ermordung der Widerstandskämpfer um Pfarrer Dietrich Bonhoeffer) um gerechte Urteile rangen.

 

Vor 70 Jahren - Buchcover


Juli 2017 | Wozu (Straf-)Rechtsgeschichte?

Das deutsch-ungarische strafrechtshistorische Seminar, das von Prof. Dr. Dr. h.c. Barna Mezey (Eötvös Loránd Universität Budapest) und Prof. Dr. Arnd Koch geleitet wird, findet jährlich seit 2002 statt. Der Sammelband erschien aus Anlass der diesjährigen Seminarveranstaltung in Szombathely und vereint Beiträge deutscher und ungarischer Rechtshistoriker.

 

RV73 Politisch soziale Ümbrüche


Juni 2017 | Tagungsband "Popular Justice in Times of Transition"

Der in der Reihe "Annali dell'Istitutio storico italo-germanico in Trento" erschienene Band versammelt Beiträge einer internationalen Regensburger Tagung. Beigesteuert wurde der Aufsatz "Nazi Crimes in the Judgement of the People. The Bavarian Jury Court in the post war Period"

 

 

forschung Popular Justice


März 2017 | "NS-Verbrechen im Urteil des Volkes. Bayerische Schwurgerichtsbarkeit nach 1945"

Der Beitrag geht auf einen Vortrag zurück, der im September 2016 auf dem Saarbrücker Rechtshistorikertag gehalten wurde (näher unten). Unter Auswertung umfangreicher Archivbestände wird erstmals die Spruchtätigkeit der nach dem Zweiten Weltkrieg allein in Bayeren installierten Schwurgerichte analysiert.

 

ZNR_2016-03-04_Inhalt


15.2.2017 | Ausstellungskatalog "Mit dem Schwert oder festem Glauben". Luther und die Hexen

Bis Ende 2018 präsentiert das Mittelalterliche Kriminalmuseum in Rothenburg ob der Tauber eine große Sonderausstellung zu den frühneuzeitlichen Hexereiverfolgungen und, anknüpfend an das "Lutherjahr", zur Position Martin Luthers zum Hexenwahn. Der begleitende Ausstellungskatalog enthält den gemeinsam mit Dr. Verena Dorn-Haag verfassten Aufsatz "Juristische Kritik an den Hexenverfolgungen".

Luther und die Hexen


 

2016

Dezember 2016 | Die Abschaffung der Todesstrafe. Nationale, europäische und globale Perspektiven

Der Beitrag geht auf einen an der Eötvös Loránd Universität Budapest gehaltenen Vortrag zurück. Beleuchtet werden u.a. die Debatten über die Abschaffung bzw. die Wiedereinführung der Todesstrafe in der jungen Bundesrepublik, die allmähliche Herausbildung der Todesstrafen-ächtung als idée europénne sowie die Debatten um die Todesstrafe in den USA und China.

 

RV71 Abschaffung Todesstrafe


20.12.2016 | The Formation and Transmission of Western Legal Culture. 150 Books that made the Law in the Age of Printing

Der Sammelband stellt 150 juristische Bücher vor, die das Rechtsdenken in Westeuropa und Nordmerika zwischen dem 15. und frühen 20. Jahrhundert entscheidend prägten. Das bibliophil gestaltete Werk enthält den Beitrag: "Lehrbuch des gemeinen in Deutschland gültigen peinlichen Rechts, Paul Johann Anselm Feuerbach".

 

Western Legal Culture


17.12.2016 | CDSV-Logo

 

Vortrag auf der Würzburger Tagung des Chinesisch-Deutschen Strafrechtslehrerverbandes: "Die verschiedenen Prozessmodelle im historischen Vergleich der Entwicklung in Deutschland

Das chinesische Strafprozessrecht befindet sich in einem tiefgreifenden Reformprozess. Die chinesische Rechtswissenschaft richtet ihren Blick zunehmend nach Deutschland und auf das kontinentaleuropäische Verfahrensmodell. Unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Bernd Schünemann diskutierten führende chinesische Wissenschaftler mit ihren deutschen Kollegen über grundsätzliche Fragen des Strafprozessrechts.

 


14.9.2016 | Vortrag auf dem 41. Deutschen Rechtshistorikertag: „NS-Verbrechen im Urteil des Volkes. Das bayerische Schwurgericht der Nachkriegszeit“

Der auf dem 41. Deutschen Rechtshistorikertag in Saarbrücken gehaltene Vortrag widmete sich einem weitgehend unbekannten Kapitel der Juristischen Zeitgeschichte: Das traditionelle Schwurgericht, in dem zwölf Laien über die Schuld des Ange­klagten ent­scheiden, erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg in Bayern eine kurzzeitige Renaissance. Allein im baye­ri­schen Schwurgericht der Nachkriegszeit urteilte „das Volk“ über Verbrechen der Nationalsozialisten. Es konnte auf Grundlage umfassender Archivrecherchen gezeigt werden, dass Schwurgerichte bei NS-Verbrechen – entgegen den Erwartungen der Schwurgerichtsanhänger – zu milderen Urteilen als Berufsrichter gelangten.

Rechtshistorikertag Saarbrücken


August 2016 | Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, Band 3

In der 2. Aufl. des soeben erschienenen dritten Bandes des Handwörterbuchs zur deutschen Rechtsgeschichte (HRG) wurden folgende Lemmata bearbeitet: Konkurrenzen, Lynchjustiz, Notstand. Das HRG zählt zu den Standardwerken fast aller historisch arbeitenden Institute, Bibliotheken und Archive. Das Werk präsentiert weitgehend die Summe des Wissens über die Geschichte des Rechts.

HRG 3. Band


7.-10 Juli 2016 | Deutsch-ungarisches straf­rechts­historisches Seminar in Rothenburg ob der Tauber

Das traditionsreiche deutsch-ungarische straf­rechts­historische Seminar wird seit 16 Jahren gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Staats- und Rechtsgeschichte der Eötvös Loránd Universität Budapest ausgerichtet. Die Veranstaltung wird von ungarischer Seite aus geleitet vom Rektor der Eötvös Loránd Universität, Herrn Prof. Dr. Barna Mezey. Mitbegründer war Herr Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Günter Jerouschek (Jena), der die Seminarleitung 2015 an Prof. Dr. Arnd Koch übergab. Das Generalthema der diesjährigen Veranstaltung, die großzügige Unterstützung durch das Mittelalterliche Kriminalmuseum erfuhr, lautete Strafrechts­kodifikationen in Ungarn und Deutschland.

Seminar Rothenburg


März 2016 | Koch/Löhnig (Hrsg.), Die Schule Franz von Liszts

Franz von Liszt (1851–1919) entfachte mit seinem kriminalpolitischen Programm eine europaweite Diskussion über den Zweck des Strafens und die angemessenen Mittel effektiver Kriminalitäts­bekämpfung. Das von ihm begründete Kriminalistische Seminar entwickelte sich zu einem internationalen Anziehungspunkt für aufstrebende Wissenschaftler unterschiedlicher Couleur, die in den nachfolgenden Jahrzehnten als sogenannte von Liszt-Schule die strafrechtliche Diskussion nachhaltig prägten. Im Werk seiner Schüler spiegeln sich die freiheitlichen und totalitären Potentiale des Lisztschen Reformprogramms wider. Der auf eine Augsburger Tagung zurückgehende Band enthält Aufsätze von Wolfgang Frisch, Johannes Kaspar, Arnd Koch, Michael Kubiciel, Martin Löhnig, Michael Pawlik, Franz Streng, Carl-Friedrich Stuckenberg, Richard F. Wetzell und Benno Zabel.

Die Schule Franz von Liszts