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Examen bestanden – jetzt die Diss!


Liebe Studierende, Sie schließen gerade mit der Ersten Juristischen Prüfung Ihr Studium ab – herzlichen Glückwunsch dazu. Bevor Sie sich jetzt dem allgemeinen Trott in das Referendariat anschließen, überlegen Sie, ob Sie nicht Ihr erfolgreiches Studium durch eine Promotion krönen wollen.

Den Besten unter Ihnen steht diese Möglichkeit nach Maßgabe der Promotionsordnung offen. Sie können eine der vielen Fragen vertiefend beantworten, die nicht im ersten Staatsexamen abgefragt wurden oder deren bisherige Lösung durch Rechtsprechung und Literatur Sie nicht überzeugt hat. Sehen Sie die Uni nicht nur als Ausbildungsstätte, die Sie zum ersten Staatsexamen geführt hat, begreifen Sie sie als einen „Denkort“, an dem das geltende Recht nicht nur gelehrt wird, sondern auch verstanden und in größtmöglicher Freiheit hinterfragt werden kann, um es konsequent weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Belohnen Sie sich für Ihr hervorragendes Examen mit zwei, vielleicht drei Jahren einer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin / wissenschaftlicher Mitarbeiter, um Ihr Wissen in Arbeitsgemeinschaften an die nachfolgenden Studierende weiterzugeben, um zu verbessern, was Sie in Ihrer Ausbildung als defizitär empfunden haben, um aber vor allem auch Ihr eigenes Wissen noch zu vertiefen: Erst was man lehren kann, hat man wirklich verstanden.

Und nutzen Sie diese Tätigkeit, um wissenschaftliches – und d.h. vor allem auch sorgfältiges – Arbeiten und überzeugendes Argumentieren zu lernen. Sie werden später immens davon profitieren, welchen Job auch immer Sie am Ende anstreben. Wer promoviert hat, hat Durchhaltevermögen und Leistungswillen unter Beweis gestellt, hat gezeigt, dass auch komplexe Fragestellungen beherrscht werden – Fähigkeiten, die Sie später in jeder Berufssparte benötigen, wenn Sie dort nicht bis zur Ihrer Verrentung oder Pensionierung stets dieselben Aufgaben erledigen wollen.

Gönnen Sie sich die Zeit im „Mittelbau“ der Universität, in der Sie in einer Mischung aus studentischer Freiheit und verantwortungsvoller Arbeit bestens auf den harten Berufsalltag vorbereitet werden, den Sie später noch lange genug vor sich haben werden.

Schauen Sie an den Lehrstühlen, für deren Rechtsgebiete Sie sich interessieren, nach freien Stellen, scheuen Sie sich nicht vor einer Initiativbewerbung und zögern Sie nicht, uns Professorinnen und Professoren, aber natürlich auch die derzeitigen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzusprechen. Wir freuen uns, wenn Sie uns noch eine Weile erhalten bleiben.

Prof. Dr. Matthias Rossi, Dekan der Juristischen Fakultät

Meldung vom 06.07.2018