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Jahresbericht


Jahresbericht 2017/2018 online


Prof. Dr. Arnd Koch


Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Risiko- und Präventionsstrafrecht sowie Juristische Zeitgeschichte


Aktuelles aus der Forschung

2019

Juli 2019 | Der unbekannte Franz v. Liszt (2.3.1851-21.6.1919). Schlaglichter auf das Spätwerk anlässlich des 100. Todestages

Franz v. Liszt zählte zu den wenigen deutschen Rechtswissenschaftlern, die sich nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs vorbehaltlos zur Demokratie und Republik bekannten. In seinen letzten Schriften stritt er für eine umfassende Demokratisierung des Straf- und Strafprozessrechts. Der Beitrag widmet sich dem vergessenen Spätwerk des international bekanntesten deutschen Strafrechtlers. v. Liszt trat nach 1900 als linksliberaler Politiker, Reichstagsabgeordneter, Völkerrechtler und Verfasser von Kriegsschriften in Erscheinung. Auch drängten seine kriminalpolitischen Konzepte nach 1910 - was bislang übersehen wurde - "über das Strafrecht hinaus". Die Strafe der Zukunft erschien ihm lediglich als ein Teilelement eines umfassenden Sicherungsrechts.

ZStW 2018 Band 130 Heft 2-Cover


März 2019 | Strafprozessrecht in China und Deutschland

Der Band enthält 20 dem Strafprozessrecht gewidmete Beiträge chinesischer und deutscher Autoren. Er geht auf eine Würzburger Tagung des Chinesisch-Deutschen Strafrechtslehrerverbands zurück. Zu den wesentlichen Ergebnissen der Tagung gehörte die Einsicht, dass die Entwicklung des Strafprozessrechts in China unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten von mindestens genauso großer Bedeutung ist wie die Entwicklung des materiellen Strafrechts. Beigesteuert werden konnte der Aufsatz "Die verschiedenen Prozessmodelle im historischen Vergleich der Entwicklung in Deutschland".

Verwirklichung und Bewahrung des Rechtsstaats


Januar 2019 | Handbuch des Strafrechts

Das „Handbuch des Strafrechts“ ist eine auf neun Bände angelegte Gesamtdarstellung des deutschen Strafrechts, das nicht über Kommentierungen einzelner Vorschriften, sondern in Form themenspezifischer Abhandlungen erschlossen wird. Der soeben erschienene erste Band widmet sich auf über 1200 Seiten den "Grundlagen des Strafrechts". Bearbeitet wurden die Abschnitte "Deutsche Strafrechtsgeschichte seit dem Bayerischen Strafgesetzbuch von 1813 bis 1871" sowie "Entstehung und Entwicklung des Strafgesetzbuchs von 1871".

Handbuch des Strafrechts-Band 1


2018

Dezember 2018 | Festschrift für Gerhard Wolf

Gerhard Wolf lehrte 22 Jahre an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Zu seiner Emeritierung überreichten ihm Schüler, Weggefährten und Kollegen eine umfangreiche Festschrift, zu der der Lehrstuhlinhaber den Aufsatz "Das Volk als Richter über NS-Verbrechen. Die Urteilspraxis der bayerischen Schwurgerichte" beisteuern durfte.



festschrift-fuer-gerhard-wolf


9./10. November 2018 | Tagung "Strafrecht zwischen Revolution und Republik"

Obwohl die Phase zwischen der Novemberrevolution des Jahres 1918 und der Etablierung der ersten deutschen Republik eine tiefe Zäsur markiert, fehlt eine umfassende rechtshistorische Aufarbeitung dieser Umbruchzeit auf das Strafrecht und die deutsche Strafrechtswissenschaft. Die Augburger Tagung, die gemeinsam mit Michael Kubiciel und Martin Löhnig veranstaltet wurde, sowie der aus ihr hervorgehende Sammelband wollen dazu beitragen, diese Forschungslücke zu schließen.

Plakat-  Strafrecht zwischen Revolution und Republik


Oktober 2018 | Literaturbericht zur neueren Strafrechtsgeschichte

Seit der Übernahme des Literaturberichts werden in regelmäßigen Abständen maßgebliche strafrechtshistorische Neuerscheinungen besprochen. Der jüngste Literaturbericht enthält elf Rezensionen von Abhandlungen, die in den Jahren 2015-2017 erschienen.



ZStW 2018 Band 130 Heft 2-Cover


September 2018 | Tagungsband "Sozialistische Straftheorie und -praxis in Europa"

Der von Georg Steinberg herausgegebene Band versammelt die Beiträge einer internationalen Tagung, die im Oktober 2017 an der Universität Potsdam stattfand. Beigesteuert wurde der Aufsatz "Theorie und Praxis der Todesstrafe in der DDR".




Sozialistische Straftheorie und -praxis in Europa - Cover


12.-15. Juli 2018 | Deutsch-ungarisches strafrechtshistorisches Seminar in Augsburg

Das seit knapp 20 Jahren bestehende deutsch-ungarische strafrechtshistorische Seminar tagte unter Beteiligung von 35 Studierenden, Doktoranden und Wissenschaftlern ertsmals in Augsburg. Das diesjährige Oberthema lautete „Strafrechtliche Sanktionen in der europäischen Rechtsgeschichte“. Die ungarische Delegation wurde geleitet von Prof. Dr. Dr. h.c. Barna Mezey (Eötvös Loránd Universität Budapest) und Prof. Dr. Attila Horváth (Richter am ungarischen Verfassungsgericht). Eröffnet wurde die Veranstaltung durch ein Grußwort des ungarischen Generalkonsuls Gábor Tordai-Lejkó (München).

PS-Plakat 2018


Juni 2018 | Das Polizeistrafrecht des 19. Jahrhunderts

Zu den großen Themen des strafrechtlichen Diskurses des 19. Jahrhunderts zählte die Einhegung und Verrechtlichung des sog. Polizeistrafrechts. Strafverhängungen durch die Exekutive, auf Grundlage verstreuter, unbestimmter Rechtsgrundlagen, losgelöst von jeglicher richterlicher Kontrolle und unter Anwendung eines summarischen Verfahrens – ein solches Prozedere musste auf entschiedene Ablehnung seitens liberaler Kriminalisten stoßen. Der Beitrag gibt einen Überblick über eine heute in Vergessenheit geratene Kontroverse.

2018-09_Journal on European History of Law 2018-09


2017

Oktober 2017 | Vor 70 Jahren - Stunde Null für die Justiz? Die Augsburger Justiz und das NS-Unrecht

Der aus einer öffentlichen Vortragsreihe hervorgegangene und gemeinsam mit Dr. H. Veh, dem Präsidenten des LG Augsburg, herausgegebene Band erinnert an den Neuanfang der Augsburger Justiz nach 1945. Namhafte Autoren stellen den Neubeginn und den Umgang der Augsburger Justiz mit dem NS-Unrecht in den überregionalen Kontext. Gezeigt wird auch, wie Augsburger Richter in Aufsehen erregenden Verfahren ("KZ-Kommandeuse" Ilse Koch, "Huppenkothen-Prozess" wegen der Ermordung der Widerstandskämpfer um Pfarrer Dietrich Bonhoeffer) um gerechte Urteile rangen.

 

Vor 70 Jahren - Buchcover


Juli 2017 | Wozu (Straf-)Rechtsgeschichte?

Das deutsch-ungarische strafrechtshistorische Seminar, das von Prof. Dr. Dr. h.c. Barna Mezey (Eötvös Loránd Universität Budapest) und Prof. Dr. Arnd Koch geleitet wird, findet jährlich seit 2002 statt. Der Sammelband erschien aus Anlass der diesjährigen Seminarveranstaltung in Szombathely und vereint Beiträge deutscher und ungarischer Rechtshistoriker.

 

RV73 Politisch soziale Ümbrüche


Juni 2017 | Tagungsband "Popular Justice in Times of Transition"

Der in der Reihe "Annali dell'Istitutio storico italo-germanico in Trento" erschienene Band versammelt Beiträge einer internationalen Regensburger Tagung. Beigesteuert wurde der Aufsatz "Nazi Crimes in the Judgement of the People. The Bavarian Jury Court in the post war Period"

 

 

forschung Popular Justice


März 2017 | "NS-Verbrechen im Urteil des Volkes. Bayerische Schwurgerichtsbarkeit nach 1945"

Der Beitrag geht auf einen Vortrag zurück, der im September 2016 auf dem Saarbrücker Rechtshistorikertag gehalten wurde (näher unten). Unter Auswertung umfangreicher Archivbestände wird erstmals die Spruchtätigkeit der nach dem Zweiten Weltkrieg allein in Bayeren installierten Schwurgerichte analysiert.

 

ZNR_2016-03-04_Inhalt


15.2.2017 | Ausstellungskatalog "Mit dem Schwert oder festem Glauben". Luther und die Hexen

Bis Ende 2018 präsentiert das Mittelalterliche Kriminalmuseum in Rothenburg ob der Tauber eine große Sonderausstellung zu den frühneuzeitlichen Hexereiverfolgungen und, anknüpfend an das "Lutherjahr", zur Position Martin Luthers zum Hexenwahn. Der begleitende Ausstellungskatalog enthält den gemeinsam mit Dr. Verena Dorn-Haag verfassten Aufsatz "Juristische Kritik an den Hexenverfolgungen".

Luther und die Hexen


2016

Dezember 2016 | Die Abschaffung der Todesstrafe. Nationale, europäische und globale Perspektiven

Der Beitrag geht auf einen an der Eötvös Loránd Universität Budapest gehaltenen Vortrag zurück. Beleuchtet werden u.a. die Debatten über die Abschaffung bzw. die Wiedereinführung der Todesstrafe in der jungen Bundesrepublik, die allmähliche Herausbildung der Todesstrafen-ächtung als idée europénne sowie die Debatten um die Todesstrafe in den USA und China.

 

RV71 Abschaffung Todesstrafe


20.12.2016 | The Formation and Transmission of Western Legal Culture. 150 Books that made the Law in the Age of Printing

Der Sammelband stellt 150 juristische Bücher vor, die das Rechtsdenken in Westeuropa und Nordmerika zwischen dem 15. und frühen 20. Jahrhundert entscheidend prägten. Das bibliophil gestaltete Werk enthält den Beitrag: "Lehrbuch des gemeinen in Deutschland gültigen peinlichen Rechts, Paul Johann Anselm Feuerbach".

 

Western Legal Culture


17.12.2016 | CDSV-Logo

 

Vortrag auf der Würzburger Tagung des Chinesisch-Deutschen Strafrechtslehrerverbandes: "Die verschiedenen Prozessmodelle im historischen Vergleich der Entwicklung in Deutschland

Das chinesische Strafprozessrecht befindet sich in einem tiefgreifenden Reformprozess. Die chinesische Rechtswissenschaft richtet ihren Blick zunehmend nach Deutschland und auf das kontinentaleuropäische Verfahrensmodell. Unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Bernd Schünemann diskutierten führende chinesische Wissenschaftler mit ihren deutschen Kollegen über grundsätzliche Fragen des Strafprozessrechts.

 


14.9.2016 | Vortrag auf dem 41. Deutschen Rechtshistorikertag: „NS-Verbrechen im Urteil des Volkes. Das bayerische Schwurgericht der Nachkriegszeit“

Der auf dem 41. Deutschen Rechtshistorikertag in Saarbrücken gehaltene Vortrag widmete sich einem weitgehend unbekannten Kapitel der Juristischen Zeitgeschichte: Das traditionelle Schwurgericht, in dem zwölf Laien über die Schuld des Ange­klagten ent­scheiden, erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg in Bayern eine kurzzeitige Renaissance. Allein im baye­ri­schen Schwurgericht der Nachkriegszeit urteilte „das Volk“ über Verbrechen der Nationalsozialisten. Es konnte auf Grundlage umfassender Archivrecherchen gezeigt werden, dass Schwurgerichte bei NS-Verbrechen – entgegen den Erwartungen der Schwurgerichtsanhänger – zu milderen Urteilen als Berufsrichter gelangten.

Rechtshistorikertag Saarbrücken


August 2016 | Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, Band 3

In der 2. Aufl. des soeben erschienenen dritten Bandes des Handwörterbuchs zur deutschen Rechtsgeschichte (HRG) wurden folgende Lemmata bearbeitet: Konkurrenzen, Lynchjustiz, Notstand. Das HRG zählt zu den Standardwerken fast aller historisch arbeitenden Institute, Bibliotheken und Archive. Das Werk präsentiert weitgehend die Summe des Wissens über die Geschichte des Rechts.

HRG 3. Band


7.-10. Juli 2016 | Deutsch-ungarisches straf­rechts­historisches Seminar in Rothenburg ob der Tauber

Das traditionsreiche deutsch-ungarische straf­rechts­historische Seminar wird seit 16 Jahren gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Staats- und Rechtsgeschichte der Eötvös Loránd Universität Budapest ausgerichtet. Die Veranstaltung wird von ungarischer Seite aus geleitet vom Rektor der Eötvös Loránd Universität, Herrn Prof. Dr. Barna Mezey. Mitbegründer war Herr Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Günter Jerouschek (Jena), der die Seminarleitung 2015 an Prof. Dr. Arnd Koch übergab. Das Generalthema der diesjährigen Veranstaltung, die großzügige Unterstützung durch das Mittelalterliche Kriminalmuseum erfuhr, lautete Strafrechts­kodifikationen in Ungarn und Deutschland.

Seminar Rothenburg


März 2016 | Koch/Löhnig (Hrsg.), Die Schule Franz von Liszts

Franz von Liszt (1851–1919) entfachte mit seinem kriminalpolitischen Programm eine europaweite Diskussion über den Zweck des Strafens und die angemessenen Mittel effektiver Kriminalitäts­bekämpfung. Das von ihm begründete Kriminalistische Seminar entwickelte sich zu einem internationalen Anziehungspunkt für aufstrebende Wissenschaftler unterschiedlicher Couleur, die in den nachfolgenden Jahrzehnten als sogenannte von Liszt-Schule die strafrechtliche Diskussion nachhaltig prägten. Im Werk seiner Schüler spiegeln sich die freiheitlichen und totalitären Potentiale des Lisztschen Reformprogramms wider. Der auf eine Augsburger Tagung zurückgehende Band enthält Aufsätze von Wolfgang Frisch, Johannes Kaspar, Arnd Koch, Michael Kubiciel, Martin Löhnig, Michael Pawlik, Franz Streng, Carl-Friedrich Stuckenberg, Richard F. Wetzell und Benno Zabel.

Die Schule Franz von Liszts